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Fliegen mit Asthma: Was vor, während und nach dem Flug wirklich zählt

Trockene Kabinenluft, weniger Sauerstoff und Stress: So bereitest du einen Flug bei Asthma sicher vor — mit ärztlicher Bescheinigung, Handgepäck-Regeln und Notfallplan.

12. April 2025 · 8 Min. · Aktualisiert am 15. Januar 2026

Flugzeugflügel über Wolken — Reisen mit Asthma

In der Reiseflughöhe entspricht der Kabinendruck etwa einer Höhe von 1.800 bis 2.400 Metern. Der Sauerstoffpartialdruck sinkt dadurch um rund 25 Prozent gegenüber dem Meeresspiegel. Für Menschen mit gut eingestelltem Asthma ist das in der Regel kein Problem; bei schwerem oder instabilem Asthma sollte vor dem Flug ärztlich geklärt werden, ob ein „Hypoxia Altitude Simulation Test" sinnvoll ist (siehe Empfehlungen der British Thoracic Society zu Air Travel).

Vor dem Flug

Plane den Arzttermin idealerweise zwei bis vier Wochen vor Abreise. Dabei sollten der aktuelle Kontrollstatus (z. B. ACT-Score), der schriftliche Notfallplan und die Medikamenten-Liste aktualisiert werden. Lass dir eine Bescheinigung über deine Inhalatoren ausstellen — gerne in deutscher und englischer Sprache, mit Wirkstoffnamen (nicht nur Markennamen).

  • Bedarfsspray (z. B. Salbutamol) plus Reservespray ins Handgepäck.
  • Dauermedikation (ICS/LABA) für die gesamte Reise plus mindestens drei Reservetage.
  • Ärztliche Bescheinigung & Notfallplan ausgedruckt mitführen, zusätzlich als PDF im Handy.
  • Bei Allergie-Komponente: Antihistaminikum und ggf. Adrenalin-Autoinjektor nicht vergessen.

Handgepäck-Regeln für Inhalatoren

Inhalatoren und flüssige Notfallmedikamente sind von der 100-ml-Flüssigkeitsregel ausgenommen, sofern sie medizinisch begründet sind. Sicherheitskontrollen verlangen häufig die ärztliche Bescheinigung. Trage die Geräte griffbereit am Körper oder im äußeren Fach des Handgepäcks — niemals im aufgegebenen Koffer, dort herrschen extreme Temperaturen, die Treibgas-Inhalatoren beschädigen können.

Während des Flugs

Trinke regelmäßig Wasser — die Luftfeuchte in der Kabine liegt oft unter 20 Prozent und reizt die Schleimhäute. Vermeide Alkohol und koffeinhaltige Getränke in größeren Mengen. Nimm dein Bedarfsspray ca. 15 Minuten vor Start oder Landung präventiv, wenn du dazu neigst, bei Druckschwankungen zu husten. Eine FFP2-Maske kann zusätzlich helfen, Reize durch Aerosole zu reduzieren.

Asthmaanfall an Bord

Bordpersonal ist in Erster Hilfe geschult und kann medizinische Beratung über Bordfunk anfordern. Viele Airlines führen außerdem ein medizinisches Notfallset mit Bronchodilatator und Sauerstoff mit. Informiere die Crew frühzeitig, wenn du dich verschlechterst — nicht erst, wenn der Anfall fortgeschritten ist.

Nach der Landung

Gönne dir einige Stunden Akklimatisation, bevor du Ausflüge planst — vor allem nach Langstreckenflügen mit Klimawechsel. Prüfe in den ersten Tagen Pollenflug und Luftqualität am Reiseziel und passe deine Bedarfs- medikation entsprechend an. Mehr dazu in unserem Pillar-Ratgeber „Reisen mit Asthma".

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