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Höhenlage und Asthma: Wie sich Bergurlaub auf die Atemwege auswirkt

Trockene Luft, weniger Allergene, aber dünnere Atmosphäre: Was Asthmatiker:innen über Wandern, Skifahren und Höhenkuren in den Alpen wissen sollten.

19. Juni 2025 · 8 Min.

Bergpanorama mit klarer Höhenluft

Warum die Höhe oft hilft

Hausstaubmilben können sich oberhalb von etwa 1.500 m kaum noch vermehren — die niedrigere Luftfeuchte unterbricht ihren Lebenszyklus. Pollen und Schimmelsporen sind ebenfalls deutlich seltener. Zusätzlich liegen Feinstaub-Werte in alpinen Lagen unter denen vieler Städte. Diese Kombination ist der Grund, warum Davos (1.560 m) seit über 100 Jahren als Heilort für Atemwegserkrankungen geführt wird.

Wo die Grenzen liegen

Über 2.500 m sinkt der Sauerstoff-Partialdruck so stark, dass auch gesunde Menschen mit Atemnot reagieren können. Bei mittelschwerem bis schwerem Asthma ist eine vorherige Belastungsmessung sinnvoll; schnelle Aufstiege per Seilbahn auf Gipfel über 3.000 m sollten nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen. Akklimatisation hilft: Pro 600 m Aufstieg pro Tag, eine zusätzliche Ruhetag-Nacht alle 1.000 m.

Skifahren und Wintersport

Kalte, trockene Luft kann ein „kälteinduziertes Asthma" auslösen — typisch sind Husten und Engegefühl beim Einatmen unter -5 °C. Vorbeugung:

  • Bedarfsspray 15 Minuten vor Belastung präventiv inhalieren.
  • Schal oder Skimaske über Mund und Nase, der die Luft vorwärmt.
  • Lange Aufwärmphase mit langsam ansteigender Belastung.
  • Bei Sichtweite unter 50 m oder Föhn-Wetterlage Skitag verkürzen.

Wandern und Höhenwellness

Sanftes Wandern in 1.000–1.800 m wirkt auf viele Patient:innen therapeutisch. Kombiniert mit Atemphysiotherapie und Sole-Inhalationen entstehen daraus geführte Programme — die Stiftung Reha- und Heilbäder listet zertifizierte Heilklimatische Kurorte (z. B. Oberstdorf, Berchtesgaden, Davos-Klosters). Eine kuratierte Auswahl findest du in Heilorte DACH.

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