
Urlaub in den Bergen
Höhenluft gilt als eines der besten Klimata für Allergiker und allergische Asthmatiker — vorausgesetzt, die Höhe stimmt und du gibst dem Körper Zeit zum Akklimatisieren.
Luftqualität jetzt
Davos (1.560 m)
Quelle: Open-Meteo / European Air Quality Index
Warum urlaub in den bergen?
Ab etwa 1.500 m über dem Meeresspiegel sinkt die Konzentration von Hausstaubmilben (sie überleben dort kaum), Schimmelsporen und vielen Pollen drastisch. Die Luft ist trockener, kühler und enthält weniger Schadstoffe. Ab 2.000 m ist die Pollenbelastung praktisch vernachlässigbar. Studien aus Davos zeigen seit Jahrzehnten messbare Verbesserungen bei allergischem Asthma und atopischer Dermatitis im Hochgebirgsklima.
Vorteile
- Praktisch milbenfrei ab 1.500 m Höhe
- Stark reduzierter Pollenflug, ab 2.000 m fast pollenfrei
- Trockene, schadstoffarme Luft entlastet die Bronchien
- Geringere Schimmelbelastung als im feuchten Tiefland
Worauf achten
- Anstrengungsasthma kann durch dünnere Luft verstärkt werden
- Sehr trockene Kaltluft im Winter kann Bronchien reizen
- Akklimatisierung nötig: erste 2–3 Tage ruhig angehen
- Bei schwerer COPD oder Lungenhochdruck vorher mit Arzt sprechen
Hotel & Lage
Wähle eine Unterkunft möglichst auf der Zielhöhe — also direkt im Bergort und nicht unten im Tal. Der Effekt auf Milben und Pollen entsteht durch die tatsächliche Schlafhöhe, nicht durch Tagesausflüge nach oben.
Achte auf milbenarme Ausstattung: glatte Böden statt Teppich, synthetische statt Daunenbettdecken, waschbare Encasings. Viele Allergiker-Hotels in den Alpen werben aktiv damit.
Im Winter ist eine kontrollierte Lüftung sinnvoll — trockene Heizungsluft plus geschlossene Fenster begünstigen sonst Reizhusten.
Beste Reisezeit
Sommer (Juni–September): ideal für Pollenflüchtlinge, viele Hotels offen, Wandern in moderater Höhe.
Winter (Dezember–März): sehr trockene, klare Luft, gut für allergisches Asthma. Vorsicht bei kalter Reizluft — Schal über Mund und Nase bei Kälte unter −10 °C.
Übergangszeiten (April/Mai, Oktober/November) sind oft feucht und können in mittleren Lagen durchwachsen sein.
Beispiele & Regionen
Davos (CH, 1.560 m)
Klassiker der Höhentherapie, mehrere Spezialkliniken, ganzjährig geeignet.
Sils Maria / Engadin (CH, 1.800 m)
Hochgelegen, sehr trocken, geringe Pollen- und Milbenbelastung.
Seefeld in Tirol (AT, 1.180 m)
Sanftes Mittelgebirgsklima, gute Infrastruktur, gut zur Akklimatisierung.
Berchtesgaden / Königssee (DE, 600–1.800 m)
Reichenhaller Solequelle in der Nähe, Kombination Berg + Heilstollen möglich.
Praktische Tipps
- Erste 2–3 Tage auf große Anstrengung verzichten, viel trinken
- Notfallspray bei Wanderungen immer mitführen, auch bei kurzen Touren
- Sonnenschutz nicht vergessen — UV-Belastung ist in der Höhe deutlich höher
- Im Winter Schal/Buff vor Mund und Nase bei Kälte unter −10 °C
- Bei schwerem Asthma oder COPD vor Aufenthalten über 2.500 m Rücksprache mit der Lungenarztpraxis
